Tikvenik – Süße Tradition mit Kürbis aus Bulgarien

Tikvenik ist eine süße, vegane Spezialität aus Bulgarien: Hauchdünner Blätterteig wird mit Kürbis und Walnüssen geschichtet und so lange im Ofen gebacken, bis die oberste Schicht richtig schön knusprig ist. Es ist das einzige Rezept aus meinem kleinen Büchlein mit natürlich süßen Weihnachtsrezepten, das ich hier veröffentliche. Nicht nur, weil ich Tikvenik in diesem Jahr an Heilig Abend selber zubereiten werde. Sondern auch, weil mir der Brauch, der in vielen Familien in Bulgarien mit diesem süßen Strudel verbunden ist, so gut gefällt.

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Ein unkompliziertes Dessert für die große Tafel

Dies ist das Familienrezept von Kristina Boneva. In meinem letzten Beitrag habe ich sie und ihren einzigartigen Schmuck aus Gewürzen vorgestellt. Auch mit Kürbiskernen hat sie schon Ketten und Ohrringe gemacht. „Kürbiskerne aus Ungarn sehen nämlich ganz besonders schön aus, wie kleine Mäuse.“

(Den Artikel und mehr über Kristinas Schmuck kannst Du in meinen Stories lesen)

Ich war ziemlich überrascht, als ich gelesen habe, dass es in viele Familien in Bulgarien an Heilig Abend traditionell nur vegane Speisen gibt. „Das stimmt“, hat mir Kristina erzählt. „Viele Menschen bei uns im Land fasten 40 Tage vor Weihnachten und das vegane Menü am 24. Dezember ist der Abschluss dieser Zeit.“

Eines der traditionellen Desserts ist Tikvenik, hauchdünner Blätterteig, mit Kürbis und Walnüssen geschichtet. „Meine Oma hat diese dünnen Teigschichten immer selbst hergestellt und in der Luft gedreht.“ Kristina bedauert sehr, dass sie diese Kunst nicht beherrscht. Ich auch nicht, deshalb kaufen wir Yufka- oder Filoteig in türkischen oder orientalischen Lebensmittelgeschäften. Das Schöne am fertigen Teig ist: Die Zubereitung geht richtig schnell und Du kannst im Handumdrehen ein Dessert für die große Runde zaubern.

Tikwenik - süßer Kürbisstudel, Baklava aus Bulgarien, vegan, Dessert, Weihnachtsrezepte

Der Kürbis – auf bulgarisch heißt das übrigens „Tikva“ – wird nur geraspelt, kurz gedünstet, gesüßt und mit reichlich Zimt aromatisiert. Gerne darfst Du Kristina glauben wenn sie sagt: „Es schmeckt wirklich herrlich! Wenn ich daran denke, bekomme ich sofort Kindheitserinnerungen an den Duft bei meiner Großmutter in der Küche. Wenn Kürbiszeit war, hat sie dieses Gericht oft gemacht, nicht nur zu Weihnachten. Ich war immer ganz glücklich und habe ihr dafür die Hände geküsst.“

Tikvenik wird oft als Strudel bezeichnet. Wenn Du die Füllung ganz dünn und in vielen Schichten machst, erinnert es – finde ich – an Baklava und kann wunderbar in kleinen Stücken serviert werden. Ich habe den Teig schon gerollt und geschichtet – beides sieht ein bisschen rustikal, aber hübsch aus.

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Versteckte Glücksbringer zu Weihnachten oder Sylvester

„Wenn wir Tikvenik in Bulgarien zu Weihnachten oder an Sylvester backen“, hat Kristina mir erzählt, „verstecken wir gerne kleine Glücksbringer. Das sind schöne Wünsche für das kommende, neue Jahr – egal ob geistig oder materiell. Eine schöne Reise, Glück, Kinder, Kreativität oder ganz besondere Sprüche. Ganz früher hat meine Oma kleine Äste von Kornelkirschen mit unterschiedlich vielen Knospen in den Schichten versteckt. Auf einem Zettel hat sie ihre Glücksbotschaften aufgeschrieben und wurde beim Essen einer dieser Äste gefunden, hat sie vorgelesen, was das zu bedeuten hat.“

Bis heute werden kleine Botschaften versteckt. Das finde ich ganz besonders schön, egal ob für eine kleine Familie oder eine große Tafel.

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Kornelkirschen habe ich nicht gefunden. Deshalb werde ich ein Stück Walnusschale, Zimtrinde und Sternanis und eine Kardamonkapsel verstecken und bin gespannt, wer welche Botschaft findet:-)

Das Rezept für Tikvenik – Guten Appetit!

Tikvenik – Süße Tradition mit Kürbis aus Bulgarien
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Ingredients

(für 8 Personen)

400 - 500 g Filo- oder Yufkateig

ca. 400 g Kürbis (z. B. Hokkaido)

200 g Walnüsse

200 g Paniermehl (am besten frisch und selbstgemacht oder vom Bäcker)

150 bis 400 g Zucker (je nach Geschmack)

1-2 EL Zimt (ebenfalls nach Geschmack)

etwa 150 ml gutes Rapsöl

METHOD

Der Kürbis wird auf der Küchenreibe oder mit der Maschine grob geraspelt und mit ganz wenig Wasser (ca. 4 EL) unter ständigem Rühren kurz aufgekocht, damit er weich wird.

Wenn das Wasser verdampft ist, den Kürbis mit Nüssen, Zimt und Zucker mischen.

Bestreiche ein Blech oder eine größere Form dünn mit Öl.

Schau nach, was auf der Packung Deines Teiges geschrieben steht. Ich musste meinen Blätterteig zusätzlich anfeuchten.

Enstscheide Dich, ob Du den Teig rollen oder schichten willst. Schichten ist natürlich einfacher.

Lege die erste Lage Teig auf dein Blech oder in die Form und bestreiche sie mit Öl. Dann verteile gleichmäßig ein wenig von der Füllung - nicht zuviel! Der Teig darf ruhig ein wenig durchscheinen.

Lege die zweite Teigschicht auf die Füllung, öle sie ein und wiederhole alles so lange, bis Deine Füllung aufgebraucht ist. Die letzte Schicht ist Teig.

Noch einmal großzügig mit Öl bepinseln. Wenn Du magst, kannst Du jetzt ein Muster schneiden - durch alle Schichten.

Im Backofen bei 160 Grad ca. 40 Minuten backen, bis die Oberfläche knusprig und leicht gebräunt ist.

7.6.8
33
https://sweetcafeinternational.com/tikvenik-suesse-weihnachtstradition-mit-kuerbis-aus-bulgarien/

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Comments 1

  1. Kristina Boneva
    Reply
    Liebe Tamara - deine Geschichte ist wirklich Herzanrührend - das ist wie ein besonderer Nachruf auf meine in diesem Jahr verstorbene Grossmutter ! Vielen lieben Dank ! Ich habe auch vor den Tikvenik dieses Weihnachten zu backen ! :-) Schön kreativ hast Du die Kornelkirschen ersetzt - toll ! Und die Fotos sind herrlich ! Ein wunderschönes Weihnachtsfest für Dich und deine ganze Familie!
    20 Dezember, 2017

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