Lehrreich und lecker: Frankfurts erste faire Schokoladen-Tafel

Stell Dir vor, direkt am Main steht eine weiß gedeckte, lange Tafel mit zahllosen süßen und herzhaften Kreationen, für deren Zubereitung ausschließlich faire Schokoladen verwendet wurden. Gäste und Passanten, die zufällig vorbeikommen, lauschen schokoladigen Songs und Poetry Slam, während sie sich durch die köslich braune Vielfalt schlemmen und dazu lernen.

Kakao… wo, bitte sehr, kommt der her?

fragt Slammer Thorsten Zeller. Weil genau das zu viele Menschen leider noch immer nicht die Bohne interessiert, haben Heiner Schneider und Frauke Fischer mit ihrer Green Economy Academy e. V. Frankfurts erste Schokoladentafel organisiert. Nach dem Motto „Fair ist das neue Lila“ wollten sie in der Öffentlichkeit mehr Bewusstsein für die bittere Seite der Kakaoproduktion schaffen.

Ich fand die Idee einfach großartig und war dabei. Mein bescheidener Beitrag, Frankfurt(erInnen) zu sensibilisieren:

Ein „Piura Porcelana“ Schokoladenkuchen

für den ich drei Tafeln der gleichnamigen, wunderbar intensiven Schokolade mit sommerlicher Himbeernote von Original Beans verwendet habe. Meine Botschaft: Für diesen Kuchen werden schon bald drei neue Bäume in der Sierra Piura im Norden Perus gepflanzt oder beschützt. Das ist wichtig, weil das Ökosystem vor Ort, jahrzehntelang durch Abholzung aus dem Gleichgewicht gebracht, stabilisiert wird. Weil diese wunderbare, seltene Kakao-Sorte vor dem Aussterben gerettet wird. Und weil ganz viele Familien durch die hohen Preise, die im direktem Handel mit den Bauern der Kooperative NorAndino gezahlt werden, ihr Einkommen in den letzten Jahren verdreifachen konnten.

Ich hätte noch viel mehr erzählen können, doch es ging ja auch und vor allem um Genussmomente. Das Rezept für den Piura Porcellana Schokoladenkuchen, der wirklich ziemlich gut ankam bei vielen Testessern – gibt es übrigens nächste Woche.

Wenn es Dich interessiert, lies gerne bei Original Beans nach, welche Ziele und welchen Impact sie direkt vor Ort haben. Viele Hintergrundinformationen liefert auch dieser Beitrag über NorAndino und den Kakao-Anbau in Peru auf der Webseite von ETHIQUABLE

Köstlich faire Schokoladen-Kreationen

Natürlich habe ich mich bei meinen Mitstreitern durchgefuttert und gefragt, welche faire Schokoladen sie für ihre phantasievollen Kuchen, Kekse und ganz Ungewöhliches wie herzhaftes Schokoladenbrot mit Schokoladenpesto verwendet haben.

Von den Organisatoren selbst gab es Eistee aus Kakaoschalen und zum Beispiel dieses Schokoladenmousse.

vegane Mousse au chocolat faire Schokoladen-Tafel Frankfurt

Jetzt weiß ich, dass es mit Perú Puro ein faires Kakao-Projekt gibt, welches von zwei Frankfurtern geleitet wird. Frauke Fischer und Arno Wielgoss – zwei Naturwissenschaftler, leiten es und umgehen alle Zwischenhändler, um biologisch angebaute Schokolade, Kakaobohnen, Nibs und eben auch den tollen Eistee aus Peru direkt nach Deutschland zu bringen.

Michael Kitz von „Michis Schokoatelier“ in Frankfurt kam mit einem „Sizilianischen Schokoladentraum“ an den Holbeinsteg. Ich glaube, ich muss nicht dazu sagen, dass Kuchen und Trüffel ein Traum waren…

Michis Schokoatelier, faire Schokoladen Frankfurt

Auch Michi hat eine ganz besondere Schokolade verwendet, von der ich noch nie gehört habe: Choba Choba.

Seine Message: „Es ist wichtig, dass die Kakaobauern einen anständigen Lohn für Ihre Arbeite bekommen und schmecken soll sie natürlich auch. Vor einigen Wochen erst bin ich auf diese Schokolade gestoßen und sie ist einfach der Hammer. Das Konzept dahinter ist auch gut. Kurz zusammengefasst: Die Kakaobauern bekommen einen sehr guten Preis und sind direkt und in allen Entscheidungen an der Schokoladenproduktion beteiligt.“

Lies selbst, wie Schokoladen-Revolution auch aussehen kann.

Fakt ist: Jeder von uns kann einen Beitrag leisten, wenn Schokolade als Luxus verstanden wird, den man bitte, bitte, ganz bewusst genießt. Nur dann haben große Konzerne und Marken wie Milka irgendwann keine Chance mehr, Menschen und Umwelt auszubeuten.

Direkter Handel ermöglicht wirklich faire Preise

Was das kleine Wort „fair“ in Bezug auf Schokolade bedeuten kann, welche unterschiedlichen Labels und Aspeke es gibt, darüber schreibe ich noch einen Beitrag. So viel vorab: Direkter Handel ist gut. GEPA Schokoladen sind ebenfalls keine schlechte Wahl, denn GEPA unterstützt garantiert kleine Kooperativen. Schokoladen mit diesem Siegel wurden von den Teilnehmern der Frankfurter Schokoladentafel übrigens am häufigsten verwendet. Auch für diesen Kuchen.

Süße Kreationen aus fairen Schokoladen in Frankfurt

Ich hoffe, dass in noch viel mehr Orten auf der Welt „Schokoladentafeln“ organisiert werden. Und auch in Frankfurt demnächst wieder eine steht. Schön war’s!

Schokoladentafel in Frankfurt - faire Schokoladen am Main

 

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